Klage wegen Moderatorin mit Kopftuch bei SF-Sendung “Sternstunden” geplant

Mo, 01. Februar 2010

Medienmitteilung 29.01.2010

Die Schweizerische Laizistische Gesellschaft SLG protestiert scharf dagegen, dass beim öffentlich-rechtlichen SF1 immer noch Personen mit klar religiöser Kleidung Werbung für ihren Glauben machen dürfen. Nach einer katholischen Nonne darf jetzt auch eine Frau mit muslimischen Kopftuch als Moderatorin von Sternstunden auftreten. Für die SLG ist das inakzeptabel.

Ostentatives religiöses Symbol provoziert

Neu soll auf regelmässiger Basis eine Muslimin mit Kopftuch die Sendung Sternstunden auf SF 1 moderieren. Der SLG haltet es für eine staatliche, gebührenfinanzierte Fernsehanstalt für absolut abwegig, dass während einer Moderation ein Kopftuch, also einostentatives religiöses Symbol, zur Schau getragen wird. Die Moderatorin macht mit dem Kopftuch ein klares religiöses und politisches Statement. Dies will und kann unser Verein nicht akzeptieren: Deshalb fordert die SLG von der Redaktion von Sternstunden das sofortige Überdenken dieser für die religiöse Neutralität des Staates verheerende Entscheidung rückgängig zu machen. Sollte dies verweigert werden, wird die SLG eine Beschwerde bei der Ombudsstelle der SRG und eine Überprüfung des Inhaltes des Sendekonzepts von Sternstunden bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz UBI des Bundesamts für Kommunikation einlegen.

Religion muss Privatsache bleiben

Wir von der SLG betonen: Unsere Tätigkeiten sind nicht gegen den Glauben der Individuen gerichtet, im Gegenteil. Sondern sie zielen auf eine laizistische Umgestaltung des politischen Systems, so wie das z.B. in Frankreich seit über 100 Jahren gelebt wird. Auch gläubige Menschen sind deshalb bei uns herzlich und explizit willkommen.

Aber genau deshalb ist für uns umso klarer: Religiöse Symbole als Privatsache gehört nicht in die (An-) Moderation einer Sendung. Sie können Teil von dokumentarischen Sendeinhalten sein, dürfen aber nicht in den redaktionellen Teil, der unbedingt religiös und weltanschaulichen neutral sein muss, einfliessen!

Dieses Prinzip wurde bereits mit der Einstellung einer Nonne in religiöser Tracht (mit Kopfbedeckung) verletzt. Nachdem diese Journalistin nun seit mehreren Jahren pensioniert wurde, macht die Redaktionen einen Schritt mit der Einstellung von Frau Bouhouch wieder zurück in die falsche Richtung: Staatliches Fernsehen soll keine Werbung mit religiösen Symbolen machen!

Wer sind wir?

Die SLG, die letztes Jahr von einer Gruppe v.a. links-stehender Politikerinnen aber auch politisch neutraler Intellektueller und Kulturschaffender gegründet wurde, will sich in Zukunft bei aktuellen nationalen Themen im Gebiet der öffentlichen Präsenz der Religion für den Laizismus einsetzen. Für uns ist die politische Philosophie des Laizismus in der Schweiz und dessen Umsetzung im Alltag der Leitfaden.

Für Fragen

Andrea Arezina
Präsidentin SLG
079 504 78 17
arezinaandrea@gmail.com

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