Medienmitteilung 05.02.2010
Vor allem Freikirchen versuchen in der Schweiz immer mehr, mit ihren extremistischen An-sichten den Kindergarten- und Schulunterricht zu beeinflussen. Dies zeigte der 20 Minuten-Artikel vom 5. Februar 2010 wieder einmal auf besonders schockierende Weise. Jetzt plant die SLG eine Hotline gegen Einmischung durch die Frömmler.
Katastrophal für Zusammenhalt der Gesellschaft
Für die Schweizer Laizistische Gesellschaft SLG geht es so nicht mehr weiter. Sie fordert alle PolitikerInnen endlich auf, keinerlei Dispense aus religiösen Gründen zu gewähren. „Re-ligion ist Privatsache und darf kleine Kinder nicht bereits von frühestem Alter her trennen“ sagt Andrea Arezina, Präsidentin SLG. Die SLG bietet allen betroffenen Lehrpersonen Un-terstützung an, darum sollen jegliche Fälle von Dispensen aus religiösen Gründen der SLG gemeldet werden.
Die SLG hat sich als Ziel gesetzt, eine möglichst laizistische, also religionsneutrale staatliche Umgebung, z.B. in Kindergärten und Schulen, zu schaffen. Unsere Gesellschaft erlebt seit Jahren einen immer grösser werdenden religiösen Extremismus gewisser Religionsgemein-schaften, seien es Freikirchen, Sekten anderer Art (Scientology), oder muslimische Funda-mentalisten.
Viele gerade evangelikaler Freikirchen mit extremistischem Gedankengut versuchen bereits Kleinstkinder für ihre Sache zu manipulieren. U.a. mit Kindergarten- und Schuldispensen. So dürfen die Kinder keinen Geburtstag feiern (Zeugen Jehova), oder keine „Räbenliechtli-Laternen“ oder Weinhachtsguetzli machen. Sogar die Tatsache, dass zwei männliche Hasen in einer Kindergeschichte vorkommen, dient den gewissen Freikirchenkreisen dazu, gegen Homosexualität zu wettern und so ihr krass diskriminierendes Gedankengut bereits in Kinder festzusetzen. So etwas finde die SLG als katastrophal für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Schulbehörden müssen den religiösen Extremisten die Stirn bieten – Hinweise auf neuer SLG-Hotline
Dass nun gewissen Schulbehörden vor religiösen Querulanten einknicken und die obligatori-sche Schulpflicht, zu der in den meisten Kantonen auch der Kindergarten gehört, nicht durchsetzen, ist alarmierend. Die Eidgenössische Kommission für Kinder und Jugendfragen EKKJ hat bereits klar gesagt, dass es keine Dispense aus religiösen Gründen mehr in der Schule geben darf. Statt sich den Forderungen des Bundesexperten anzupassen, gehen lassen die Gemeinden die LehrerInnen alleine und sogar Kinderbücher müssen umgeschrie-ben werden. Für die SLG ist klar, der demokratische und liberale Staat muss angesichts der Herausforderungen unsere Zeit eine neue, echte Religionspolitik entwickeln, will er die Zügel nicht aus der Hand verlieren.
Betroffene Eltern, Lehrer und sonstige Interessierte können Fällen von religiöser Einmi-schung in Schulbelange an die Hotline-Adresse info@laizismus.ch senden. Die SLG wird in begründeten Fällen die Sachlage juristisch abklären lassen und mit den kantonalen Schul-behörden Kontakt aufnehmen.
Bei Fragen steht ihnen gerne zur Verfügung:
Andrea Arezina
Präsidentin SLG
079 504 78 17
arezinaandrea@gmail.com